St. Vincenz zu Altenhagen I

Vergangenheit

Bei Umbauten auf dem Kirchhof wurde ein Grabstein mit der Jahreszahl 1556 und Jakob Busch, Stifter dieses Turmes, gefunden. Danach wird das Jahr 1556 als Erbauung des Turmes angenommen (Der Kirchhof war damals auch Friedhof). Im 30 jährigen Krieg wurde die Kirche in Altenhagen I zerstört. Doch sie wurde wieder aufgebaut, nicht aber in ausreichender Größe.
Im Jahr 1675 schrieb der Pastor Lepornius, dass die Steine der Sedemünder Kirche nach Altenhagen gebracht werden könnten. Die Kirche sei sehr klein und hätte auch keinen Chor. Auch 1773 ist die Kirche noch zu klein.
Am 6.Januar 1773 schreibt der Amtmann Bußmann an das königliche Konsistorium: "Verschiedene Einwohner die vorher wüst gelegene Stellen bebauten, sich beschweren, dass ihnen in der Kirche keine Stände angewiesen werden können, sie in den Gängen stehen oder aus der Kirche zurück gehen müssen."
Als die einzige Erweiterung wird die Vergrößerung der Empore angesehen. Ein Müller und Zimmermeister Voges reicht einen entsprechenden Antrag ein.
Es ist nicht bekannt wann die Empore gebaut wurde. Es gab aber immer wieder neue Kirchenbaupläne. Erst nachdem im Jahr 1816 die Schule gebaut worden war, wurde 1822 der heutige Friedhof an der Allerhaube angelegt und 1825 das Pfarrhaus errichtet worden war, konnte 1839 der Kirchenbau in Angriff genommen werden.
Da die Gemeinde sehr vieles hierzu in Eigenleistung fertig stellte und der Kirchenbau von der Gemeinde selbst finanziert  werden musste, bedeutete dieses Vorhaben für sie ein großes Opfer. Sie hat ein Bittgesuch an den König zur verbilligten Abgabe des Bauholzes gerichtet, die Steine selbst gebrochen, einen Kalkofen gebaut um den erforderlichen Kalk selbst zu brennen und die zahlreichen Fuhren in Spanndiensten unentgeltlich geleistet.


Der Entwurf stammt von dem Konsistorial-Baudirektor Hellner. Der Bau wurde von dem Baukondukteur Peters aus Hameln und von dem Bauinspektor Buchholz vollendet. Gleichzeitig erhielt die Kirche die noch heute in ihr vorhandene wertvolle von Furtwängler Elze erbaute Orgel. Die Baudeputierten der Gemeinde waren der Bauermeister Christian Schlüter und die Vorsteher Friedrich Rathing und Christian Holthusen, Rechnungsführer war Küster und Schullehrer Flügge. Pastor zu der Zeit war Julius Bauer.
Ein großer Förderer des Kirchenbaues war der Müllermeister Heinrich-Julius Oppermann. Dieser hat das Werk allerdings nicht mehr vollendet gesehen. Er starb am 19. Juni 1842. Am 30. Juli 1843 konnte die Kirche eingeweiht werden.
Beim Bau der Kirche wurde noch keine Heizung vorgesehen. Erst 1893 wurden Schornsteine eingebaut und die Kirche mit zwei Öfen beheizt.
Im Jahr 1961 wurde in der Amtszeit von Pastor Weber eine größere Renovierung durchgeführt. Es wurden die Ölöfen angeschafft und das Gestühl umgearbeitet. Zum Teil ist das Gestühl bei der Firma Bußmann aufgebrannt. Die Nordtür wurde zugemauert und eine neue Lichtanlage installiert.
Die beiden Glocken im Turm stammen aus dem Jahr 1901 und 1951. Die ältere Glocke wurde angeschafft, nach dem ihre Vorgängerin beim Einläuten des neuen Jahres gesprungen war. Sie soll noch aus der Kirche von Sedemünder gestammt haben. Eine weitere Glocke wurde im 1933 gegossen. Diese hat jedoch den 2. Weltkrieg nicht überlebt.
Der Taufstein wurde 1 Jahr nach dem 30 jährigen Krieg von dem Einwohner Hinrich Sievers und seiner Ehefrau Elisabeth gestiftet. Ein Abendmahlskelch stammt aus dem Jahr 1534. Die Altarleuchter stammen aus dem 17. Jahrhundert und das Altarkruzefix aus dem 18. Jahrhundert.

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