St. Vincenz zu Altenhagen I

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<>April Brief an die Senioren
23.04.2020

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben.   (Johannes-Evangelium 10)

Liebe Seniorinnen, liebe Senioren!

Das Wort vom guten Hirten ist mit von Kindheit an vertraut. Es begleitet mich seit fast 60 Jahren, so verschieden auch die Lebensabschnitte sind und waren. Das Wort vom guten Hirten ist für mich wie Medizin für die Seele.
Der gute Hirte ist da und ruft uns. Er schweigt nicht. Seine Stimme fehlt auch dann nicht, wenn wir manche vertraute Stimme im Moment nicht hören.

Ja, das geht uns allen so. Natürlich fehlen uns in diesen Corona-Tagen und Corona-Wochen viele Stimmen, vertraute Stimmen, Stimmen lieber Menschen. Damit umzugehen ist nicht so leicht. Am Telefon hören wir voneinander, wie gut. Aber manche Worte verstehen wir erst dann richtig, wenn man auch den Gesichtsausdruck von seinem Gesprächspartner sieht.

Aber gibt es nicht auch neue Stimmen, die uns gerade jetzt vertrauter werden?
Ich habe jemand erst vor einigen Wochen zu Beginn der Corona-Zeit kennengelernt. In der Zeit, die seither verstrichen ist, ist mir aber seine Stimme immer vertrauter geworden. Wir arbeiten in der Kirchengemeinde und für die Kirchengemeinde intensiv zusammen. So belastend diese Zeit wirklich und wahrhaftig ist und so bedrückend sie ist, entwickeln wir einen

notgedrungen einen Umgang mit ihr. Ja, das gilt bestimmt auch für Sie! Das gilt bestimmt auch für Ihr Umfeld! Davon bin ich fest überzeugt.

Der gute Hirte ist wie ein alter Bekannter, der uns viel sagen möchte und kann. Die vertrauten Worte des guten Hirten Jesus Christus gelten für jeden Tag, den uns unser Schöpfer gewährt. Die Stimme des guten Hirten ist eine besondere Stimme. Sie klingt ganz anders als die vielen Stimmen sonst. Sie ist vertrauenerweckend und werbend. Die Worte enthalten das, wonach sich das Herz sehnt. Sie sind lebendig und bleiben es bis in alle Ewigkeit.
Sie las­sen uns nicht los. Sie sind nicht gebrüllt nicht wie auf dem Kasernenhof. Sie sind verständlich und täuschen nichts vor. Sie sind eine Herzenssache des guten Hirten.
Gewiss, manchmal zögern wir, will wir uns nicht sicher sind.  Aber genau dann ist er für uns da. Gewiss, manchmal pendeln wir hinterher. Aber um unsere kleinen Herzen kümmert er sich besonders gern. Gewiss, manchmal tauchen wir unter und verstecken uns. Aber er bricht den Kontakt zu uns nicht ab. „Folge mir nach!“ sagt er. Er geht voraus. Er jagt uns nicht.
Er treibt uns nicht vor sich her. Er führt uns nicht um schwere Zeiten herum, aber er führt uns hindurch. Er geht voraus. Dann lässt es sich tatsächlich nachfolgen. Im Grunde meines Herzens will ich es so, genau so – und keinen Deut anders.

Liebe Seniorinnen und Senioren, darf ich Ihnen auch ein Gebet mitgeben?
Mir tut es selbst manchmal sehr gut, wenn ich unvermittelt auf ein Gebet hingewiesen werde. Ich würde mich freuen, wenn Ihnen folgendes Gebet aus dem Herzen spricht:

Besuche mich, guter Hirte wenn keiner mich besuchen darf.
Umarme mich, guter Hirte, wenn keiner mich umarmen darf.
Berühre mich, guter Hirte, wenn keiner mich berühren darf.
Guter Hirte, sei du der, genau der, den ich momentan brauche.


Bleiben Sie behütet an Leib und Seele. Gott segne Sie!

 
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