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<>Andacht für die Woche vom 11. bis 17.Oktober 2020
09.10.2020

Andacht für die Woche vom 11. bis 17.Oktober 2020

Verfasser: Christian Klatt 
Superintendent in Ruhe (Springe)

„Dies Gebot haben wir von ihm,
dass, wer Gott liebt,
dass der auch seinen Bruder liebe.“

(1. Johannes 4,21 - Wochenspruch für den 18. Sonntag nach Trinitatis)

“Wir miteinander” – das war vor einer Woche
das Motto zum 30. Jubiläum
der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober.
Das knüpfte an den damaligen Ruf
der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung an:
„Wir sind ein Volk!“
Aber es war vor allem gemeint
als ein Appell an unsere Gegenwart:
Nur in einem guten Miteinander
von Ostdeutschen und Westdeutschen,
von Alteingesessenen und Zugewanderten,
von Jung und Alt können wir
Freiheit und Demokratie bewahren.
„Das friedliche Miteinander
der vielen verschiedenen Menschen in unserem Land,
dieses immer wieder zu organisieren,
das ist die Aufgabe, vor der wir heute stehen“,
sagte Bundespräsident Steinmeier
in seiner Rede beim Festakt in Potsdam.

     Aus christlicher Sicht können wir
dies nur kräftig unterstützen!
Der neue Wochenspruch formuliert diesen Gedanken
nicht bloß als Aufgabe,
sondern als Gebot Gottes an uns:
„Dies Gebot haben wir von ihm,
dass, wer Gott liebt,
dass der auch seinen Bruder liebe.“
(1. Joh. 4, 21)
Hier klingt das berühmte Doppelgebot der Liebe an,
das Jesus uns ans Herz gelegt hat:
Gott lieben und den Nächsten lieben!
Unser Miteinander soll also von Liebe geprägt sein.
Das bedeutet gewiss nicht,
dass wir uns ständig in den Armen liegen
und alle furchtbar lieb haben.
Eine solche distanzlose Nähe wäre unehrlich.
Aber dass wir einander
mit Respekt und Wertschätzung begegnen
und niemanden ausgrenzen,
das ist das Mindeste,
was von uns erwartet werden muss,
wenn das „Wir miteinander“
nicht nur eine schöne Floskel bleiben soll.

     Der Wochenspruch bezeichnet die Menschen,
mit denen wir es zu tun haben,
als unsere „Brüder“.
Mag sein, dass im 1. Johannesbrief
zunächst an die Glaubensgeschwister
in der christlichen Gemeinde gedacht worden ist.
Doch auch darüber hinaus ist das,
wie ich finde,
eine gute Perspektive für unser Zusammenleben.
Gerade in unseren von Krisen geschüttelten Zeiten
ist es wichtig,
dass wir in Solidarität als Geschwister zusammenstehen.
Das schließt Meinungsverschiedenheiten
und faire Auseinandersetzungen
um unterschiedliche Standpunkte nicht aus.
Aber da jeder Mensch von Gott sein Leben hat,
sind wir untereinander Schwestern und Brüder.
Und Gott möchte,
dass wir auch so miteinander umgehen:
freundlich, offen, zuvorkommend, hilfsbereit
und so, dass immer deutlich wird:
Wir gehören zusammen,
weil wir alle Kinder Gottes sind.
Mit dieser Einstellung kann das „Wir miteinander“ gelingen

Bleiben Sie guten Mutes und behütet!

Ihr

Christian Klatt

 
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