St. Vincenz zu Altenhagen I

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<>An alle Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenheime
25.03.2020

Liebe Seniorinnen, liebe Senioren!

Die gegenwärtigen Tage sind geprägt von der Krise, die durch die Verbreitung des Corona-Virus hervorgerufen wird. Wir Menschen sind verwundbar, verletzlich und verunsichert. Das wird uns in diesen Tagen schmerzhaft bewusst.

Das Bemühen, die Verbreitung dieser Krankheit zu verlangsamen, führt zu drastischen Maßnahmen. Viele vermissen Besuche und Nähe.

Aus demselben Grund können unsere Gottesdienste und Gemein-schaftsangebote derzeit leider nicht stattfinden. Das fällt mir sehr schwer. Ich wäre so gerne bei Ihnen in Ihrem Heim!
Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin in Gedanken und Gebet bei Ihnen.

Wie alle unverschuldete Not, die über die menschliche Gemeinschaft kommt, so kennt auch diese Krise keine Gerechtigkeit. Sie trifft die einen nur ganz am Rande, die anderen, oft genug die Schwachen, aber mit aller Härte. Unser großer Dank gilt allen Frauen und allen Männern im Gesundheitswesen, Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern und Freiwilligen, die oft bis zur Erschöpfung dafür sorgen,
dass Sie als Seniorinnen und Senioren die bestmögliche Versorgung erhalten. Gerade weil in diesen Tagen viele Grenzen und Barrieren zwischen Menschen errichtet werden müssen, dürfen die Grenzen

nicht in den Herzen hochgezogen werden.  Jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort und jede helfende Hand zählt besonders viel und bedeutet besonders viel.

Als Christen sind wir der festen Überzeugung: Krankheit ist keine Strafe Gottes - weder für Einzelne, noch für ganze Gesellschaften, Nationen, Kontinente oder gar die ganze Menschheit.
Krankheiten gehören zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen.
Dennoch können Krankheiten und Krisen sehr wohl den Glauben an die Weisheit und Güte Gottes und auch an ihn selbst erschüttern. Krankheiten und Krisen stellen uns Menschen vor Fragen, über die wir nicht leicht hinweggehen können.
Die biblische Botschaft und der christliche Erlösungsglaube sagen uns Menschen jedenfalls zu: Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist.

Der auferstandene Christus, den wir in einigen Tagen wieder feiern werden, ruft nach dem Zeugnis des Evangeliums uns allen in dieser Bedrängnis zu: „Fürchtet euch nicht!“ (Mt 28,5)
Dieser Trost ziehe ein in unsere Herzen. Der Geist von Jesus Christus stärke in uns Glaube, Vertrauen und Zuversicht.
Er ist uns Menschen auch dann nahe, wenn wir unsicher tasten, suchen und fragen.

All jenen, die unter den äußeren Umständen schwer zu leiden haben, wünschen ich in den kommenden Tagen und Wochen alle Kraft und die nötige Hilfe.
Die Güte und Barmherzigkeit Gottes leite Sie heute und morgen, alle Zeit und in Ewigkeit!

Bleiben Sie behütet an Leib und Seele. Gott segne Sie!

 
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