St. Vincenz zu Altenhagen I

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Sieben Zitate bzw. sieben Worte als Kreuzweg

12.04.2025

Sieben Zitate bzw. sieben Worte
als Kreuzweg
für die Woche
vom 13. April 2025 bis 19. April 2025


Der Kreuzweg gehört zur christlichen Glaubenspraxis
In der Passionszeit.
Er basiert auf der biblischen Passionsgeschichte
der Evangelien
oder uralten Ergänzungen der biblischen Erzählungen
vom Leidensweg von Jesus.
Der Erlebnisse von Jesus wird an verschiedenen Stationen gedacht,
wobei auch die Frage nach der Bedeutung
damaliger Ereignisse für heute
viel Raum bekommt..

Station für Sonntag, den 13. April:
Jesus wird zum Tode verurteilt


Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
der Welt und ihrer Kinder;
es geht und büßet in Geduld
die Sünden aller Sünder;
es geht dahin, wird matt und krank,
ergibt sich auf die Würgebank,
entsaget allen Freuden;
es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,
Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod
und spricht: "Ich will’s gern leiden."
Aus dem Choral „Ein Lämmlein geht
und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder“ (EG 83,1)

Ich spüre die Vorwürfe.
Die Kritik sitzt.
Die Finger zeigen auf mich.
Meine inneren Stimmen 
kratzen meine Seele wund.

Verurteilung hat viele Gesichter.
Zwischen dem gerechten Urteil
und ungerechter Strafe ist viel Platz.
Dem Jesus,
dem vor ein paar Tagen noch 
die Leute mit Jubel
Palmzweige streuten,
dem Jesus schlägt heute 
der blanke Hass ins Gesicht.
Weg mit ihm. 
Kein Einzelfall
in der Menschheitsgeschichte.

Johannes Simon, In: Pfarrbriefservice.de

Das Lämmlein ist der große Freund
und Heiland meiner Seelen;
den, den hat Gott zum Sündenfeind
und Sühner wollen wählen:
"Geh hin, mein Kind, und nimm dich an
der Kinder, die ich ausgetan
zur Straf und Zornesruten;
die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,
du kannst und sollst sie machen los
durch Sterben und durch Bluten."
(EG 83,2)

Station für Montag, den 14. April:
Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Gefallen
unter der Last des Kreuzes,
niedergedrückt
von den Enttäuschungen,
von den Stürmen
und Nächten des Lebens,
von den Verlusten
und Herausforderungen,
von den Rücksichtslosigkeiten
und Egoismen,
von zerbrochenen Hoffnungen
und gestorbenen Beziehungen.

Gefallen
unter der Last des Kreuzes,
unter der eigenen Schwäche,
den nicht abzulegenden Fehlern,
der Müdigkeit und Sehnsucht.
Woher die Kraft nehmen,
um wieder aufzustehen?

Herr, gib Brot und Wein!
Und durch Dich kann ich weitergehen
- zu Dir.

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

"Ja, Vater, ja von Herzensgrund,
leg auf, ich will dir’s tragen;
mein Wollen hängt an deinem Mund,
mein Wirken ist dein Sagen."
O Wunderlieb, o Liebesmacht,
du kannst – was nie kein Mensch gedacht –
Gott seinen Sohn abzwingen.
O Liebe, Liebe, du bist stark,
du streckest den in Grab und Sarg,
vor dem die Felsen springen.
(EG 83,3)

Station für Dienstag, den 15. April:
Simon von Cyrene hilft Jesus
das Kreuz tragen


Aus eigener Kraft, 
aus dem eigenen Geldbeutel,
aus dem eigenen Können und Willen 
schöpfe ich gerne.
„Das schaffst du!“ –
sagt die innere Stimme.
„Nein, das schaffe ich nicht ‚
oder nicht mehr!“ –
sagt meine Körper.
„Ich bin am Ende!“ –
klagt meine Seele.

Eigene Grenzen spüren, 
auf andere angewiesen sein, 
ist kein Vergnügen.
Angewiesen sein
auf fremde Hilfe, 
die Bereitschaft anderer,
Sozialhilfe.
Und doch,
so erfährt es Jesus, 
kann solche Hilfe
den steinigen Weg 
für eine Strecke erträglich machen,
weiterbringen. 
Eine harte Schule des Lebens: 
Angewiesen sein auf andere.

Johannes Simon, In: Pfarrbriefservice.de

 

Mein Lebetage will ich dich
aus meinem Sinn nicht lassen,
dich will ich stets, gleich wie du mich,
mit Liebesarmen fassen.
Du sollst sein meines Herzens Licht,
und wenn mein Herz in Stücke bricht,
sollst du mein Herze bleiben;
ich will mich dir, mein höchster Ruhm,
hiermit zu deinem Eigentum
beständiglich verschreiben.

(EG 83,4)

Station für Mittwoch, den 16. April:
Jesus begegnet den weinenden Frauen

Ja sagen
zu Gottes Ja
zu uns,
durchhalten
durch Schwierigkeiten
und Enttäuschungen,
der eigenen Berufung,
dem eigenen Weg folgen,
auch wenn er zum Kreuzweg wird.

Gottes Ja
zu uns Menschen aufgreifen,
seiner Liebessehnsucht antworten
und selbst Ja sagen
zum Bruder,
zur Schwester,
ihr Kreuz mittragen,
Menschlichkeit zeigen.

Ja sagen zum Leben
trotz aller Herausforderungen
und Abgründe.
Leben wandelt
und verwandelt
über unser Verstehen hinaus.

Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de


Ich will von deiner Lieblichkeit
bei Nacht und Tage singen,
mich selbst auch dir nach Möglichkeit
zum Freudenopfer bringen.
Mein Bach des Lebens soll sich dir
und deinem Namen für und für
in Dankbarkeit ergießen;
und was du mir zugut getan,
das will ich stets, so tief ich kann,
in mein Gedächtnis schließen.

(EG 83,5)

Station für Donnerstag, den 17. April:
Jesus wird seiner Kleider beraubt


Das letzte Hemd bleibt auf der Strecke.
Die Wogen der Ablehnung
schlagen über seinem Kopf zusammen.
Entblößt steht er da.
„Seht den Menschen.“
Ein Spielball
zwischen den Interessen.
Seine Würde abgeschrieben.

Die Entscheider
weisen die Schuld von sich.
Die Ausführenden
bereichern sich.
Der Betroffene
hat Angst ums nackte Überleben.
Die Menge
ist mit dem Verlauf zufrieden und johlt.

Johannes Simon, In: Pfarrbriefservice.de


Erweitre dich, mein Herzensschrein,
du sollst ein Schatzhaus werden
der Schätze, die viel größer sein
als Himmel, Meer und Erden.
Weg mit den Schätzen dieser Welt
und allem, was ihr wohlgefällt,
ich hab ein Beßres funden:
mein großer Schatz, Herr Jesu Christ,
ist dieses, was geflossen ist
aus deines Leibes Wunden.
(EG 83,6)


Station für Karfreitag, den 18. April:
Jesus stirbt am Kreuz


Der Gerechte leidet und stirbt den Verbrechertod.
Mit Hammer und Nägeln aufs Kreuz gelegt und daran umgebracht.
Keine plötzliche Wendung. 
Kein Happy End.
Dunkel pur. 
Einsam. Zu Tode betrübt. Verlassen.

Der-von-Oben ist Der-ganz-Unten geworden.
Jesu Leben endet im Kellergeschoss menschlicher Abgründe:
Schmerzen, Schreie, Folter, 
Leid und am Ende der Tod.
Nicht abgewendet. 
Nicht weggeschaut. 
Nicht abgebogen.

Dabei geblieben bis zur letzten Konsequenz,
wenn es um Leben und Tod geht.

Johannes Simon, In: Pfarrbriefservice.de


Das soll und will ich mir zunutz
zu allen Zeiten machen;
im Streite soll es sein mein Schutz,
in Traurigkeit mein Lachen,
in Fröhlichkeit mein Saitenspiel;
und wenn mir nichts mehr schmecken will,
soll mich dies Manna speisen;
im Durst soll's sein mein Wasserquell,
in Einsamkeit mein Sprachgesell
(EG 83,7)

Station für Karsamstag, den 19. April:
Jesus wird in das Grab gelegt

Wir lebten
im Schatten des Todes.

Unsere größte Sehnsucht
gekreuzigt auf Golgatha.
Unsere letzte Hoffnung
gestorben und begraben.

Wir stiegen hinab mit Ihm
in das Reich des Todes.

Doch heute 
morgendämmert uns
das gebrochene,
das unvergängliche Licht.

Das Leben probt siegreich 
den Aufstand.

Aus den heilenden Wunden
pulsiert unbezwingbar
die Kraft.

So verlassen wir
unsere Gräber,
gehen los
Richtung Galiläa.

Wir leben 
im Lichte des Auferstandenen

Miriam Falkenberg, In: Pfarrbriefservice.de

 

Wenn endlich ich soll treten ein
in deines Reiches Freuden,
so soll dein Blut mein Purpur sein,
ich will mich darein kleiden;
es soll sein meines Hauptes Kron,
in welcher ich will vor den Thron
des höchsten Vaters gehen,
und dir, dem er mich anvertraut,
als eine wohlgeschmückte Braut
an deiner Seite stehen.
(EG 83,8)

 
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