St. Vincenz zu Altenhagen I

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Andacht über den Monatsspruch für April 2026 aus Johannes 20, 29

03.04.2026

Andacht über den Monatsspruch
für April 2026
aus Johannes 20, 29


Jesus spricht zu Thomas:

Weil du mich gesehen hast,
darum glaubst du?

Selig sind, die nicht sehen
und doch glauben!“


Verfasser:
Superintendent in Ruhe
Christian Klatt
(Springe)

 

Hinweis in eigener Sache:
Mit unseren online-Andachten wechseln wir
jetzt vom wöchentlichen
in einen monatlichen Turnus.
Sechs Jahre lang, seit Corona-Zeiten,
haben wir über die
Wochensprüche,
die Wochenlieder
und die Psalmen,
Evangelien,
Episteln
und Lesungen aus dem AT
für die jeweiligen Sonntage geschrieben.
Nun wollen wir uns
den Monatssprüchen des Jahres widmen.

 

Für April 2026 ist das ein Wort
des auferstandenen Jesus
an seinen Jünger Thomas.
Der „ungläubige Thomas“ wurde er
früher meistens genannt.
Das klang, sehr zu Unrecht,
immer ein wenig abwertend.
Denn Thomas wollte Gewissheit haben.
Er war nicht dabei gewesen,
als der auferstandene Jesus
den anderen Jüngern erschienen war.
Er wollte sich mit eigenen Augen
davon überzeugen,
dass Jesus tatsächlich
nicht im Tod geblieben ist.
Das war gewiss
kein unrechtes Anliegen.
Und Jesus gibt ihm eine Woche später
dazu auch die Gelegenheit.
Er erscheint noch einmal
im Kreis seiner Jünger,
diesmal ist Thomas dabei,
und anhand der Nägelmale
und der Wunde am Körper
erkennt der Jünger,
dass es wirklich
der am Kreuz gestorbene Herr ist,
der da vor ihm steht.
Nun ist auch Thomas überzeugt.
Aber er sagt nicht:
„Schön, dass du wieder lebst“,
sondern er bekennt sich
zu dem Auferstandenen:
„Mein Herr und mein Gott!“

Im Johannesevangelium ist das
(abgesehen von einem Nachtrag
im angehängten letzten Kapitel)
die letzte Erscheinung
des Auferstandenen gewesen.
Danach hat ihn niemand mehr gesehen.
Doch der Glaube an ihn
war damit nicht zu Ende.
Denn der Glaube hängt nicht
an sichtbaren und nachprüfbaren Beweisen.
Sondern:
„Selig sind,
die nicht sehen und doch glauben.“
Das musste sich schon
der Thomas sagen lassen.
Das galt auch zwei Generationen später,
als Johannes sein Evangelium aufschrieb.
Und das gilt erst recht für uns,
die wir heute im 21. Jahrhundert Ostern feiern.

Nicht sehen und doch glauben!
Vor Augen ist uns nach wie vor
all das Leid und Elend dieser Welt.
Uns verstören die Exzesse des Todes,
der Gewalt und des Unrechts,
denen zahllose Menschen zum Opfer fallen.
Wie passt das
mit dem Osterfest
und der Botschaft
von der Auferstehung Jesu zusammen?
In der Thomasgeschichte passt es zusammen!
Denn der auferstandene Jesus
zeigt seinem Jünger
die Foltermale seiner Kreuzigung;
Thomas darf sie sehen
und sogar auch berühren.
Das heißt doch:
Mit Ostern ist Karfreitag
und alles Böse dieser Welt
nicht erledigt und beseitigt.
Aber es ist überwunden.
Überwunden durch die Liebe,
den Frieden, die Vergebung,
die Jesus im Vertrauen auf Gott
bis zu seinem Tod am Kreuz bezeugt hat.
Überwunden durch das neue,
ewige Leben, in das Gott
ihn zu Ostern berufen hat.

Nicht sehen und doch glauben!
Ich wünsche uns,
dass auch unsere Herzen sich öffnen
zu dem österlichen Bekenntnis:
„Mein Herr und mein Gott.“
Dann werden wir sicher
auch manches in dieser Welt sehen
von den Kräften und Taten der Liebe,
des Friedens und der Vergebung.
Und uns vielleicht auch selber
daran im Namen Jesu beteiligen.

 

Gesegnete Ostern!

Ihr Christian Klatt

 
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