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Andacht für die Woche vom 28.September bis 4. Oktober 2025
Andacht
für den 15. Sonntag nach Trinitatis
und für die Woche
vom 28.September bis 4. Oktober 2025
über die Lesung
aus dem Alten Testament
Sie steht im 1.Buch Mose
im 2. Kapitel.
Sie ist überschrieben
„Der Garten Eden“.
Verfasser:
Superintendent in Ruhe Jürgen Flohr
(Springe – früher Syke)
Es war zu der Zeit, da Gott der Herr
Erde und Himmel machte.
Und alle die Sträucher auf dem Felde
waren noch nicht auf Erden,
und all das Kraut auf dem Felde
war noch nicht gewachsen.
Denn Gott der Herr hatte
noch nicht regnen lassen auf Erden,
und kein Mensch war da,
der das Land bebaute;
aber ein Strom stieg aus der Erde empor
und tränkte das ganze Land.
Da machte Gott der Herr
den Menschen aus Staub von der Erde
und blies ihm den Odem des Lebens
in seine Nase.
Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
Und Gott der Herr pflanzte einen Garten
in Eden gegen Osten hin
und setzte den Menschen hinein,
den er gemacht hatte.
Und Gott der Herr ließ aufwachsen
aus der Erde allerlei Bäume,
verlockend anzusehen und gut zu essen
und den Baum des Lebens mitten im Garten
und den Baum der Erkenntnis
des Guten und Bösen.
Und Gott der Herr nahm den Menschen
und setzte ihn in den Garten Eden
dass er ihn bebaute und bewahrte.
Liebe Lesende,
wenn wir dieses 2. Kapitel im 1. Buch Mose
in unserer Bibel lesen,
dann wird mancher Lesende denken:
Habe ich die biblische Schöpfungsgeschichte
nicht anders im Gedächtnis?
War da nicht von 7 Tagen die Rede,
an denen Gott die Welt geschaffen hat,
und dass er zuerst das Licht geschaffen hat
und dann alles andere?
Doch, so beschreibt es in der Tat
das 1. Kapitel im 1. Buch Mose
in wohlgeordneten Schritten
in der ersten Schöpfungsgeschichte.
Diese stammt aber
aus einer anderen späteren Zeit
als unsere 2. Schöpfungsgeschichte im 2. Kapitel.
Unsere Erzählung hingegen
will nicht den Verlauf der Weltentstehung i
n seinen einzelnen Schritten erklären
wie die Darstellung im 1. Kapitel,
sondern das 2. Kapitel will erzählen,
wie der Mensch geworden ist,
in welche Umgebung Gott
diesen Menschen gesetzt hat
und welchen Auftrag Gott
uns Menschen gegeben hat auf dieser Erde.
Die Verfasser diese Erzählung
haben anscheinend in einer trockenen
wasserarmen Gegend gelebt;
denn in ihrem staubigen Land
lässt Gott zuerst Wasser aufsteigen
aus der Erde empor, Grundwasser offenbar,
das das ganze Land tränkt,
damit dann etwas wachsen kann
aus diesem Boden.
Danach schafft Gott den Menschen
aus Staub von der Erde.
Dieser Erde, auf Hebräisch „ADAMA“,
entstammt der Mensch,
auf Hebräisch „ADAM“.
Ins Deutsche übertragen
könnten wir formulieren:
Aus der Erde stammt der Erdling.
Wir Menschen,
so will es unsere Erzählung sagen,
stammen also ursprünglich von der Erde
und bleiben diesem Ursprung verhaftet
unser Leben lang.
Wir sind keine Himmelswesen oder Geister,
sondern die Erde ist unser Ursprung
und bleibt unsere Bestimmung.
Sie sollen wir bebauen und bewahren
(Vers 15).
Wir haben also bestimmte Aufgaben
auf dieser und für diese Erde.
Sie kann ein Garten sein.
So hat Gott sie geplant
und uns hineingesetzt,
dass wir den Garten pflegen und erhalten.
Dann können wir Menschen
zusammen mit den Tieren
und Pflanzen gut darin leben.
Das haben die Erdbewohner
wohl auch meistens so verstanden
und geübt, dass die Erde
unser Lebensraum ist,
der uns ein gutes Leben ermöglicht,
wenn wir ihn pflegen
und bearbeiten und schützen.
Die Erde ist demnach kein Schlaraffenland,
wo uns die Früchte in den Mund wachsen,
sondern wir müssen etwas dafür tun,
dass die Erde Früchte trägt und uns ernährt.
Das ist auch lange Zeit ganz gut gelungen;
trotz mancher Naturkatastrophen
und Hungersnöte; aber in neuerer Zeit
beginnen wir Menschen,
unsere Erde zu überfordern:
- durch den Klimawandel
aufgrund immer weiter steigender Temperaturen;
- durch immer mehr Menschen,
die immer mehr Müll produzieren;
- durch rücksichtslose Ausbeutung
aller natürlicher Rohstoffe
einschließlich der großen Regenwälder,
die das Klima retten sollten.
Wir Menschen sind dabei,
unser eigenes Überleben
auf dieser Erde zu gefährden,
was allerdings viele von uns
nicht wahrhaben wollen -
auch führende Politiker/innen nicht.
Was also ist zu tun,
wenn wir weiterhin
dem Auftrag des Schöpfers folgen
und unsere Erde
„bebauen und bewahren“ wollen?
Wir müssen mit der Natur der Erde arbeiten
und nicht gegen sie!
- Wir dürfen nicht immer mehr
CO² in die Luft pusten,
sondern weniger,
damit wir gesunde Luft atmen können;
- wir sollten nicht immer mehr Boden versiegeln,
sondern wieder mehr Raum schaffen
für Äcker und Wiesen,
für Wälder und Moore;
- wir wollen die benötigte Energie
durch Wind und Sonne gewinnen
und nicht durch Öl, Gas und Atomkraft.
Wenn wir bedenken,
wie es denn so steht u
m das „Bebauen und Bewahren“
der uns von Gott anvertrauten Erde,
dann begegne ich
verschiedenen Reaktionen:
Die Einen leugnen die Probleme
einfach und sagen:
Das ist alles gar nicht so gefährlich.
Schwankungen im Klima
hat es immer gegeben,
und die Menschheit hat noch immer
Lösungen für alle Schwierigkeiten gefunden.
Was aber machen wir,
wenn die Erderwärmung
doch immer weiter steigt?
Die Zweiten sagen:
Bei all diesen aktuellen
und prognostizierten Gefahren
kann ich als Einzelner
doch nichts machen,
und die es könnten, tun es nicht;
also will ich auch
die ständigen Warnungen nicht mehr hören!
Nur: Hilft es,
einfach die Ohren zu verschließen?
Die Dritten sagen:
Vielleicht können wir doch etwas
zum Besseren ändern,
wenn wir uns mit anderen
einsatzwilligen Menschen zusammentun
und versuchen, Mehrheiten zu gewinnen
für eine entschlossene Arbeit
zur Bewahrung der guten Schöpfung,
wie es ja hier und da schon geschieht, -
etwa durch Gruppen wie Greenpeace
und andere Organisationen,
die die Umwelt schützen wollen.
Diese sollten wir unterstützen, wir alle, -
auch im Interesse unserer Kinder und Enkel!
Bei alledem aber wollen wir
trotz vieler berechtigter Ängste
auch auf das hören,
was Jesus uns in seiner Bergpredigt zuruft:
Lasst euch nicht von den Sorgen auffressen!
Sondern tut, was heute nötig und möglich ist,
und überlasst die Sorge
für morgen und übermorgen
getrost dem Vater im Himmel.
Es hilft hoffentlich,
wenn wir alle unsere kleinen
oder großen Beiträge
zur Bewahrung unserer Erde leisten.
Die Sorge aber über das,
was am Ende dabei herauskommt,
diese große Sorge
wollen wir Gott überlassen.
Dann können wir uns
auch immer wieder einmal freuen
an unserer uns von Gott geschenkten
immer noch wunderschönen Erde!
