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Andacht für die Woche vom 25. Januar 2026 bis 31. Januar 2026
Andacht
für den 3. Sonntag nach Epiphanias
und für die Woche
vom 25. Januar 2026
bis 31. Januar 2026
über die Lesung
aus dem Alten Testament.
Sie steht im
zweiten Buch der Könige
Kapitel 5, 1-19.
Sie ist überschrieben
„Elisa heilt
den aramäischen Feldhauptmann Naaman
und bestraft den Gehasi“.
Verfasser:
Superintendent in Ruhe
Christian Klatt
(Springe)
„Zieh hin mit Frieden!“
Mit diesem schlichten,
aber freundlichen Abschiedsgruß
endet die Geschichte
von der Heilung des Na’amán,
die relativ bekannt ist,
weil sie in der Bibel so gut
und spannend erzählt ist.
Sie hier nachzuerzählen,
würde den Rahmen
dieser Andacht sprengen.
Nur so viel:
Naaman war
ein königlicher Hauptmann
im befeindeten Nachbarstaat Aram,
mächtig und einflussreich,
aber leider von einer lepra-
ähnlichen Hauterkrankung befallen.
Eine israelische Kriegsgefangene
in seinem Hause gibt den Rat,
in ihrer Heimat
den Propheten Elisa aufzusuchen,
der ihn vom Aussatz heilen könnte.
Nach einigen, auch politischen Ver-
wicklungen führt dieser Plan
zu einem guten Ende:
Naaman befolgt, zunächst widerwillig,
den ihm absurd
erscheinenden Rat des Propheten,
sich siebenmal
im dreckigen Jordan zu waschen,
und seine Haut
wird tatsächlich wieder rein
„wie das Fleisch eines jungen Knaben.“
Bei dem fremden Hauptmann
führt dieses Wunder nun aber auch
zu einer Umkehr im Glauben.
Er wusste ja, dass Elisa ein Prophet,
ein Mann Gottes ist,
und so kehrt er zu ihm zurück
und bekennt: „Nun weiß ich,
dass kein Gott ist
in allen Landen außer in Israel.“
Aber er ahnt und befürchtet,
dass dieser neue Glaube
ihn möglicherweise
in Schwierigkeiten bringen wird,
wenn er nach Hause zurückgekehrt ist.
So bittet er Elisa
um einen Vorrat vom dortigen Boden,
den er mitnehmen möchte,
um in Aram auf israelischem Erdreich
Gott anbeten zu können.
Und er bittet schon im voraus
um Vergebung, wenn er
in Begleitung seines Königs
auch in Zukunft immer wieder mal
im Tempel der dortigen Gottheit
wird anbeten müssen.
Elisa aber geht auf diese Wünsche,
diese Sorgen gar nicht weiter ein.
Keine Ratschläge, keine Verhaltensregeln,
keine Diskussionen oder Überlegungen.
Nur dieser schlichte,
aber freundliche Abschiedsgruß,
der aber nach allem, was geschehen ist,
zugleich ein Segensgruß ist:
„Zieh hin mit Frieden.“
Der Prophet ist davon überzeugt,
dass der fremde Hauptmann seinen Weg
im Vertrauen auf Gott fortsetzen wird.
Und er traut ihm zu,
dass er sich auch
in kritischen Situationen so verhalten wird,
dass er seinem Glauben treu bleibt,
ohne seine Mitmenschen zu verletzen.
Der Friede Gottes wird ihn begleiten,
stärken und ermutigen.
„Zieh hin mit Frieden.“
Ist das nicht auch für uns
eine gute Ansage?
Ein neues Jahr hat begonnen,
und wir blicken mit vielen Erwartungen,
Plänen und Hoffnungen nach vorn.
Aber wir sehen auch viele Probleme
und Konflikte auf uns zukommen.
Die Zeiten sind schwierig geworden.
Selbst die politisch Verantwortlichen
wirken oft ratlos,
und unter uns allen
hat sich viel Unsicherheit breitgemacht.
Durch die Nachrichten wird uns
täglich vor Augen geführt,
wie vieles im Argen liegt.
Und viele von uns sind auch
durch persönliche Sorgen belastet.
Wie werden wir dieses Jahr bestehen?
Die Geschichte
vom Hauptmann Naaman zeigt,
dass Gott manchmal
auch ganz unerwartet
mit seiner Hilfe zur Stelle ist.
So wollen auch wir
uns diesen Segensgruß
gesagt sein lassen:
„Zieh hin mit Frieden.“
Das bedeutet nicht,
dass immer alles gut wird.
Rückschläge und Enttäuschungen
werden nicht ausbleiben.
Aber wir können damit fertig werden.
Denn Gott ist mit seinem Frieden
bei uns und begleitet uns
auf unserem Weg.
Dieses Vertrauen
wünsche ich Ihnen und mir.
Bleiben Sie behütet
und gesegnet
in diesem neuen Jahr!
Ihr Christian Klatt
