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Andacht für die Woche vom 15. März bis 21. März 2026
Andacht
für den Sonntag Lätare
und für die Woche
vom 15. März bis 21. März 2026
über den Predigttext
im Gottesdienst am 15.3.2026
Er steht im Evangelium des Johannes
Kapitel 6, Vers 47 bis 51.
ist überschrieben
„Das Brot des Lebens“
Verfasser:
Superintendent in Ruhe Jürgen Flohr
(Springe – früher Syke)
Liebe Lesende,
ständig schreien uns
Werbebotschaften an
wie die folgenden:
„Jetzt baufinanzieren!
Kompetente Beratung
und Top-Konditionen
machen den Unterschied!“
Und man fragt sich:
Sollte ich nicht auch ein Haus bauen?
Oder ich lese:
„Weltstadt Paris komplett,
Busfahrt in die französische Hauptstadt“
und frage mich dann:
Wollte ich nicht schon
immer mal nach Paris?
Auf Plakaten, in der Zeitung
oder im Fernsehen springen uns
solche Aufforderungen an
und erklären uns,
was wir erreichen müssen
und was man gesehen haben muss!
Da frage ich mich dann
in einer ruhigen Minute:
Was ist eigentlich wirklich wichtig
in meinem Leben?
Nahrung natürlich, - Trinken und Essen;
denn ohne eine ausreichende
und halbwegs gesunde Ernährung
können wir nicht überleben.
Dann brauchen wir
ein Dach über dem Kopf, eine Wohnung,
und wir sind angewiesen
auf andere Menschen:
Familie, Freunde, Ärzte,
Handwerker und viele andere.
Schließlich geht es nicht
ohne Geld für den täglichen Bedarf
und eine möglichst befriedigende Arbeit.
Hinzu kommen
neben diesen Grundbedürfnissen
noch Gesundheit, Sicherheit
und auch Überzeugungen,
die meine Tage mit Sinn erfüllen.
Als Christinnen und Christen
sprechen wir von Glauben und Gottvertrauen,
die unser Leben tragen.
So ergibt sich insgesamt die Frage:
Was fördert und trägt unser Leben tatsächlich?
Lesen wir dazu die für diesen Sonntag
vorgesehenen Worte
aus dem Johannes-Evangelium, Kap.6:
Christus spricht:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wer glaubt, der hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste
das Manna gegessen und sind gestorben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt,
damit, wer davon isst, nicht sterbe.
Ich bin das lebendige Brot,
das vom Himmel gekommen ist.
Wer von diesem Brot isst,
der wird leben in Ewigkeit.
Und das Brot, das ich geben werde,
ist mein Fleisch –
für das Leben der Welt.
Hier hören wir die Antwort Jesu
auf unsere Frage nach dem Sinn
in unserem Leben,
nach einer Grundlage unter unseren Füßen.
Jesus sagt von sich,
er sei das Brot des Lebens
und er verspricht: Wer davon isst,
der bekommt Anteil am ewigen Leben.
Das verstehe ich so:
Jesus Christus ist für uns so wichtig
wie das tägliche Brot, -
lebenswichtig also.
Wer sein Leben an Christus fest bindet
und ihm das eigene Leben anvertraut,
der wächst hinein
in eine unzerstörbare Gemeinschaft
mit dem ewigen Gott,
und diese Gemeinschaft
kann auch der Tod nicht mehr auflösen.
Deshalb sagt Jesus:
„Wer glaubt, der hat das ewige Leben.“
Mit Christus gibt es
also das wahre Leben,
wie Gott es will;
es gibt die Verbindung zu Gott
und die Hoffnung auf seine Ewigkeit.
So bietet uns Christus
das Vertrauen auf ihn
und seine Botschaft an
als die entscheidende Chance
für unser Leben.
Doch dazu fragen heutzutage
viele Zeitgenossen: Warum soll ich mich
gerade an diesen Jesus halten
und nur an ihn?
Gibt es nicht Sinn
und Glück auch anderswo?
Machen nicht Geld und Besitz auch froh
und sicher, wenn ich sie habe?
Sind nicht andere Menschen und all das,
was wir am Anfang aufgezählt haben,
nötig und wichtig für uns?
Wieder andere Menschen
erklären alle religiösen
oder politischen Ideen für zweifelhaft
und unsicher und beschränken sich
auf das Lebensmotto:
Lasst uns essen und trinken;
denn morgen sind wir tot!,
Haben sie recht, diese angeblichen Realisten?
Ich glaube das nicht!
Ich denke da eher
an die evangelische Jahreslosung
im letzten Jahr, die lautete:
„Prüft alles, und behaltet das Gute!“
Wir sollen also prüfen,
was alles uns so angeboten wird,
um unseren Lebensweg zu meistern.
Da gibt es ja viele Vorschläge.
Und ihnen allen
steht das Angebot Jesu gegenüber,
er sei das Brot des Lebens,
und das Vertrauen auf ihn
solle uns durch dieses Leben hier geleiten
und dann weiterführen in Gottes Ewigkeit.
Wir sind gefragt,
ob wir ihn als Gottes Wort
an uns Menschen annehmen
und seinen Weg mitgehen wollen? -
so wie es etwa Franz von Assisi
oder Martin Luther King
oder Dietrich Bohoeffer versucht haben.
Denn Christus nimmt uns mit ins Leben,
ins wahre, echte, ewige Leben,
das erfüllt ist von Gottes Geist,
vom Geist der Liebe.
Von ihm wollen dann auch wir
erfüllt werden und versuchen,
diesen liebevollen Geist weiterzugeben
an andere Menschen
in der Nähe und in der Ferne.
So ist das Christsein
etwas Fröhliches und dem Leben Zugewandtes.
Es verträgt sich gut
mit Freude und Feier.
Die großen christlichen Feste sind Feier-Tage:
Weihnachten, Ostern, Pfingsten.
Sie sollen Freude machen
und durchscheinend werden
für Jesu Weg und für Gottes Liebe
wie ein sonnendurchleuchtetes
buntes Kirchenfenster.
Dass es daneben viel Trauriges
und Schlimmes gibt auf unserer Erde,
wissen wir alle und sehen es
jeden Tag in den Nachrichten.
Und dass auch Jesus
nicht davon verschont wurde,
lehrt uns seine Leidensgeschichte,
an die wir in diesen Wochen
besonders denken.
Aber Gott hat ihn auferweckt vom Tode
und zum Brot des Lebens gemacht für alle,
die an ihn glauben und seinem Weg nachfolgen.
Diese Nachfolge ist auch uns angeboten.
Wollen wir nicht versuchen,
diesen Weg mitzugehen?
Jürgen Flohr
