St. Vincenz zu Altenhagen I

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Andacht für die Woche vom 1. Februar 2026 bis 7.Februar 2026

01.02.2026

Andacht für
den letzten Sonntag nach Epiphanias
und für die Woche
vom 1. Februar 2026 bis 7.Februar 2026
über die Lesung
aus dem Alten Testament.
Sie steht im 2. Buch Mose im 3. Kapitel
und ist überschrieben
„Moses Berufung“.
Verfasser:
Superintendent in Ruhe
Wilhelm Niedernolte
(Eldagsen
)

Mose aber hütete die Schafe Jitros,
seines Schwiegervaters,
des Priesters in Midian, und trieb
die Schafe über die Wüste hinaus
und kam an den Berg Gottes, den Horeb.
Und der Engel des
Herrn erschien ihm
in einer feurigen Flamme
aus dem Dornbusch.
Und er sah,
dass der Busch im Feuer brannte
und doch nicht verzehrt wurde.
Da sprach er:
Ich will hingehen und diese
wundersame Erscheinung besehen,
warum der Busch nicht verbrennt.
Als aber der
Herr sah,
dass er hinging, um zu sehen,
rief Gott ihn aus dem Busch
und sprach: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sprach: Tritt nicht herzu,
zieh deine Schuhe von deinen Füßen;
denn der Ort, darauf du stehst,
ist heiliges Land!

Und er sprach weiter:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams,
der Gott Isaaks
und der Gott Jakobs.
Und Mose verhüllte sein Angesicht;
denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Und der
Herr sprach:
Ich habe das Elend meines Volks
in Ägypten gesehen,
und ihr Geschrei über ihre Bedränger
habe ich gehört;
ich habe ihre Leiden erkannt.
Und ich bin herniedergefahren,
dass ich sie errette aus der Ägypter Hand
und sie aus diesem Lande hinaufführe
in ein gutes und weites Land,
in ein Land, darin Milch und Honig fließt,
in das Gebiet der Kanaaniter,
Hetiter, Amoriter, Perisiter,
Hiwiter und Jebusiter.
Weil denn nun
das Geschrei der Israeliten
vor mich gekommen ist
und ich dazu
ihre Drangsal gesehen habe,
wie die Ägypter sie bedrängen,
so geh nun hin, ich will dich
zum Pharao senden,
damit du mein Volk,
die Israeliten, aus Ägypten führst.

Mose sprach zu Gott:
Wer bin ich,
dass ich zum Pharao gehe
und führe die Israeliten aus Ägypten?
Er sprach: Ich will mit dir sein.
Und das soll dir das Zeichen sein,
dass ich dich gesandt habe:
Wenn du mein Volk
aus Ägypten geführt hast,
werdet ihr Gott dienen auf diesem Berge.

Mose sprach zu Gott:
Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme
und spreche zu ihnen:
Der Gott eurer Väter hat mich
zu euch gesandt!,
und sie mir sagen werden:
Wie ist sein Name?,
was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu Mose:
Ich werde sein,
der ich sein werde.
Und sprach: So sollst du
zu den Israeliten sagen:
»Ich werde sein«,
der hat mich zu euch gesandt.
2. Mose 3, 1-14

Liebe Leserin, lieber Leser,
Mose fragt Gott nach seinem Namen.
Wie heißt der Gott der Väter?
Antworten wären durchaus denkbar gewesen.
An anderen Stellen des Alten Testaments
wird Gott „Jahwe“ genannt, der Herr.
Oder „El Schaddaj“, Allmächtiger Gott.
Oder „Elohim“, Gott der Schöpfer.
Oder „Zebaoth“, Herr der Heerscharen,
„Immanuel“, Gott mit uns.
Alle diese Namen nennt Gott
gegenüber Mose nicht.
Sondern Gott sagt:
Ich werde sein, der ich sein werde“.
Das ist ein sehr offener,
um nicht zu sagen: unkonkreter Name.
Was soll denn das heißen?
Ich werde sein, der ich sein werde.
Menschen erliegen der Versuchung,
Gott fassen und begreifen zu wollen.
Es wird nicht gelingen.
Ich werde sein, der ich sein werde.
Ich bin mit euch unterwegs.
Mal werde ich euch ermutigen,
mal werde ich euch
in die Schranken meiner Gebote rufen.
Reicht uns das als Antwort?
Peter Maffay hat in einem
seiner weniger bekannten Lieder
„Größer als wir“ gesungen:
„Nur weil ich dich nicht seh‘,
heißt es nicht, dass du nicht da bist.
Egal, wie man dich nennt.
Egal, woran man dich erkennt.
Egal, wer du auch bist -
wichtig ist nur;
dass es dich für mich gibt.
Egal, wie man dich nennt.
Egal, woran man dich erkennt.
Du bist größer als die Zeit,
größer als alles hier,
größer als wir.
Und zieh′n auch mal dunkle Wolken auf,
verlier' ich nicht meinen Glauben.
Du hilfst bestimmt gerade anderen,
Reichst deine Hand
und nimmst auf ihre Sorgen.“
Im Neuen Testament der Bibel
wird Gott als „Kyrios“ bezeichnet, als Herr.
Das älteste Bekenntnis der Christen lautet:
Kyrios Christos – Christus ist der Herr.
Dieses Bekenntnis konnte
sehr gefährlich für sie werden.
Denn das Bekenntnis
der römischen Besatzung lautete:
Kyrios Cäsar, der Kaiser in Rom ist der Herr.
Das Bekenntnis zu Christus
brachte vielen Christen Verfolgung
und sogar den Tod ein.
Für den persönlichen Umgang
mit Gott empfiehlt Jesus,
Gott „Abba“ zu nennen, Vater oder Papa,
etwa wenn wir beten:
Vater unser im Himmel …
Ist das der
angemessene Name für Gott?
Wir machen unterschiedliche
Vater- Erfahrungen.
Für viele von uns –
wie auch für mich -
ist der Vater der wichtigste Mensch
auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
Seine Liebe und seine Strenge
waren der Kompass für mich.
Liebe und Strenge,
das verbinde ich auch mit Gott.
Ich weiß aber auch:
Andere haben schlechte
oder gar keine Vater – Erfahrungen gemacht.
Sie tun sich schwerer als ich,
Gott als Vater zu verstehen.
Vielleicht ist für sie
ein geeigneterer Gottesname „Heiland“,
der zerstörtes Leben und zerstörte Seelen
wieder heil macht.
Oder „Retter“, der aus Elend
und Verzweiflung rettet.
Peter Maffay singt:
„Egal wer du auch bist,
wichtig ist nur,
dass es dich für mich gibt.
Du bist größer als die Zeit,
größer als alles hier,
größer als wir.“
Das ist das Entscheidende bei den Namen,
die wir Gott geben, dass er für uns ist.
Im Römerbrief schreibt Paulus:
Ist Gott für uns, wer mag gegen uns sein.
Und: Mit dem Namen Gottes
verbindet sich die Sehnsucht
nach etwas Größerem.
Du bist größer als wir,
größer als unser Wille und unsere Fähigkeit
zur Bewahrung deiner Schöpfung,
größer als der Wille zum Krieg in der Ukraine,
in Südamerika und in Afrika.
Ich werde sein, der ich sein werde,
sagt Gott zu Mose.
Ich bin mit euch unterwegs.


Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit!
Wilhelm Niedernolte

 
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