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Andacht über den Monatsspruch für den August 2026 aus Johannes 10,10
Andacht über den Monatsspruch
für den August 2026 aus Johannes 10,10:
Jesus Christus spricht:
„Ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.“
(Einheitsübersetzung 2016)
Verfasser:
Superintendent in Ruhe
Christian Katt (Springe)
Ein Leben „in Fülle“ –
das klingt wie ein Wunsch,
wie wir ihn wahrscheinlich alle
immer wieder mal haben:
ein Leben in Gesundheit
und Wohlergehen,
mit Erfolg in unserer Arbeit,
mit Ansehen unter unseren Mitmenschen,
mit glücklichen Zeiten,
in denen es uns an nichts fehlt.
Kurzum: ein unbeschwertes Leben
ohne Sorgen, ohne Nachteile,
ohne Beeinträchtigungen.
Wir wissen aber auch:
So ist das Leben nicht.
Für niemanden von uns.
Erst recht nicht
für die vielen, vielen Menschen,
die unter Krieg, Verfolgung
oder Hunger leiden.
Darüber hat sich auch Jesus
nicht hinweggetäuscht. Im Gegenteil:
Gerade die Kranken und Armen
hat er im Blick gehabt
und sich ihnen zugewandt,
und er hat sich denen
an die Seite gestellt,
die er seine
„geringsten Brüder und Schwestern“
genannt hat.
Dass die äußeren Lebensbedingungen
für alle Menschen erträglich
und zufriedenstellend sind,
war Jesus wichtig
und ist auch für uns
ein sozialer und diakonischer Auftrag.
Und doch ist der Eindruck richtig,
dass mit diesem Monatsspruch
für August noch etwas
anderes gemeint ist,
was über die äußeren Merkmale
eines guten und gelingenden
Lebens hinausgeht.
Gerade im Johannesevangelium
redet Jesus mehrfach
in einem umfassenden
und tiefen Sinn vom Leben.
„Ich bin die Auferstehung
und das Leben“ (11,25).
„Ich bin der Weg und die Wahrheit
und das Leben“ (14, 6).
„Wer mir nachfolgt,
wird das Licht
des Lebens haben“ (8, 12).
Mit anderen Worten:
Bei Jesus selbst
und im Glauben an ihn
finden wir das „Leben in Fülle“,
von dem der Monatsspruch redet.
Was ist damit gemeint?
In seiner ersten Enzyklika,
die kürzlich erschienen ist,
setzt sich Papst Leo XIV.
mit den rasanten
Veränderungen auseinander,
die durch den technischen Fortschritt
und nicht zuletzt
durch die Künstliche Intelligenz
bei vielen von uns
starke Verunsicherungen auslösen.
Er plädiert für einen klugen
und rationalen Umgang
mit diesen Veränderungen.
Aber gleich in den einleitenden Absätzen
seiner Schrift erinnert er
unter Hinweis auf die Bibelstelle
unseres Monatsspruches
an das „Leben in Fülle“,
das uns durch Christus verheißen ist.
Und er meint damit die Wahrheit,
dass Gottes Liebe zu uns
„alle Dimensionen des Lebens umfasst.“
Die Liebe Gottes
gibt unserem Leben
Fülle und Tiefe, Halt und Sinn.
Auf diese Erfahrung des Glaubens
weist Jesus uns mit seinem Wort hin: „
Ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.“
Es ist ein Monatsspruch,
der uns in den kommenden Wochen
zuversichtlich stimmen will.
Wir werden vieles erleben,
hören und erfahren,
was uns erfreut oder schmerzt,
was uns herausfordert oder beunruhigt.
Bei allem aber
dürfen wir gewiss sein,
dass unser Leben „gefüllt“ ist
von der Liebe Gottes,
die Jesus verkündet,
gelebt und bezeugt hat.
Ich wünsche Ihnen
einen guten Monat August
unter dem freundlichen Geleit
unseres Gottes.
Ihr Christian Klatt
